Illustrierte Sammlung bunter Karten mit abstrakten Symbolen wie Stern, Herz, Zahnrad und Rakete

Genres nach Zielgruppe

Die grundlegende Einteilung orientiert sich am Alter und Geschlecht des angesprochenen Publikums, nicht an der Handlung. So können zwei Serien trotz völlig unterschiedlicher Themen derselben Kategorie angehören.

Shonen richtet sich an Jungen und junge Männer. Abenteuer, Rivalität und die Entwicklung der Hauptfigur zählen zu den typischen Motiven. Shojo spricht Mädchen und junge Frauen an und beschäftigt sich häufig mit Beziehungen, Gefühlen und dem Schulalltag. Bei Einführungen in die Kategorien stehen diese beiden Begriffe meist am Anfang.

Für das erwachsene Publikum gibt es zwei weitere Kategorien: Seinen richtet sich an Männer, Josei an Frauen. Die zugehörigen Werke greifen oft realistischere oder vielschichtigere Themen auf als Shonen und Shojo. Kodomo umfasst dagegen Produktionen für die jüngsten Kinder.

Inhaltliche Genres: Mecha, Isekai und mehr

Inhaltliche Genres beschreiben, wovon eine Serie handelt, und ergänzen damit die Einteilung nach Zielgruppen. Ein Titel kann also zugleich als Shonen und als Mecha oder Isekai gelten.

Zu den am häufigsten genannten Genres gehören Mecha, Isekai, Slice of Life, Sport und Science-Fiction. Bei Mecha stehen Kämpfe mit riesigen Maschinen im Mittelpunkt, während im Isekai die Hauptfigur in eine andere Welt gelangt. Slice of Life widmet sich dem Alltag, Sportserien einer Disziplin und dem Wettbewerb. Science-Fiction ist auch außerhalb Japans bekannt und funktioniert im Anime ähnlich wie in anderen Medien.

Diese Bezeichnungen erleichtern die Suche nach Serien, geben aber keine Auskunft über das angesprochene Publikum. Eine vollständige Beschreibung kombiniert deshalb Zielgruppe und inhaltliches Genre. So ist die Verbindung von Seinen und Science-Fiction aussagekräftiger als jeder Begriff für sich.

Warum die Einteilung nicht starr ist

Die Kategorien beruhen auf Konventionen, ihre Grenzen sind fließend. Zudem kann eine Serie mehrere Genres verbinden: Eine Abenteuergeschichte mit Science-Fiction-Elementen und einem Handlungsstrang im Schulalltag ist nichts Ungewöhnliches. Weil eine einzelne Bezeichnung solchen Serien kaum gerecht wird, nennen Beschreibungen oft mehrere.

Die Zuordnung zur Zielgruppe hängt häufig vom Magazin ab, in dem der Manga erschien. Ob ein Titel als Shonen, Shojo, Seinen oder Josei gilt, bestimmt somit das Profil der Zeitschrift und nicht allein der Inhalt. Dasselbe Thema kann deshalb in verschiedenen Kategorien vorkommen. Dieser Zusammenhang hilft auch dabei, unterschiedliche Einordnungen derselben Serie in zwei Quellen nachzuvollziehen.

Zusammenfassung

Wer die Kategorien kennt, versteht Serienbeschreibungen und ihre Einordnung besser. Shonen, Shojo, Seinen, Josei und Kodomo bezeichnen das angesprochene Publikum, Genres wie Mecha oder Isekai beschreiben den Inhalt. Weitere Begriffe zur Anime- und Manga-Kultur erklärt das Lexikon an anderer Stelle.