Illustrierte Convention-Halle mit bunten Bannern, Laternen und Tischen voller Hefte

Fernsehen und die Anfänge

Schon in den 1970er-Jahren zeigte das deutsche Fernsehen Produktionen aus Japan. Häufig waren es Koproduktionen oder Adaptionen europäischer Erzählungen. Viele Zuschauer brachten sie deshalb nicht mit Japan in Verbindung.

In den 1990er-Jahren nahmen deutsche Privatsender zunehmend Anime-Serien in ihr Kinder- und Jugendprogramm auf. Die beiden Jahrzehnte unterscheiden sich somit vor allem darin, wie viel Raum Anime im Fernsehen einnahmen.

Synchronisation und Veränderungen bei der Ausstrahlung

Viele Anime wurden bei ihren frühen Ausstrahlungen in Deutschland geschnitten oder gekürzt. Bei der Synchronisation änderte man zudem Namen und Dialoge. Dadurch konnte die deutsche Fassung deutlich vom Original abweichen.

Dieses Vorgehen war damals verbreitet. Heute bleiben häufiger die Originaltitel und die Originaltonspur erhalten. Das kommt Zuschauern entgegen, die ein Werk möglichst nah am Original kennenlernen möchten.

Die FSK und das Alter des Publikums

In Deutschland kennzeichnet die FSK Filme und Datenträger mit einer Altersfreigabe. Eltern und Betreuungspersonen können sich daran orientieren, wenn sie eine Serie für jüngere Zuschauer auswählen. Die Einstufung lässt sich vor dem Ansehen prüfen und bietet einen Anhaltspunkt dafür, ob eine Serie für ein Kind infrage kommt. Neben Sprache und Tonfassung ist sie damit ein weiteres Kriterium bei der Auswahl.

Manga auf Deutsch und Verfügbarkeit im Netz

Deutschsprachige Manga-Ausgaben werden in der Regel in japanischer Leserichtung gedruckt, also von rechts nach links. Damit unterscheiden sie sich von vielen anderen Büchern: Die Lektüre beginnt auf der Seite, die bei einem typischen europäischen Buch die letzte wäre.

Anime sind heute bequem über das Internet zugänglich. Streamingdienste bieten viele Serien im Originalton mit deutschen Untertiteln oder mit deutscher Synchronisation an. Zuschauer können ihre bevorzugte Fassung wählen, ohne auf einen Sendetermin im Fernsehen warten zu müssen.

Conventions und Fan-Treffen

Anime-Conventions zählen zu den wichtigen Treffpunkten der Fans. In vielen deutschen Städten kommen dort Anime- und Manga-Begeisterte zusammen. Häufig gehören Cosplay-Wettbewerbe zum Programm. Besucher können sich mit Gleichgesinnten austauschen und die Kostüme anderer Fans ansehen.

Bei diesen Veranstaltungen wird deutlich, dass die Beschäftigung mit Anime über das Anschauen von Serien hinausgeht. Fernsehzuschauer, Manga-Leser und Streaming-Nutzer begegnen sich vor Ort. Mit Cosplay bringen sie ihre Begeisterung auch durch Kostüme zum Ausdruck.

Zusammenfassung

Vom Fernsehen der 1970er und 1990er hat sich Anime in Deutschland zu einer Kultur mit eigenen Manga-Ausgaben, Streaming und Conventions entwickelt. Bei der Wahl eines Titels helfen ein Blick auf die FSK-Einstufung und die verfügbaren Sprachfassungen. Weitere Begriffe erklärt das Lexikon an anderer Stelle.