Geschichte des Anime: von den ersten Fernsehserien zum weltweiten Phänomen
1958 erschien Hakujaden, der erste abendfüllende Farbfilm des Studios Toei Animation. Wie fand Anime von diesen frühen Produktionen aus ein Publikum auf der ganzen Welt? Die folgenden Abschnitte zeichnen die wichtigsten Stationen chronologisch nach, von den ersten Studioproduktionen über Fernsehserien bis zu den Streamingdiensten.

Die Anfänge: Toei Animation und Osamu Tezuka
Toei Animation wurde 1956 gegründet. Zwei Jahre später zeigte das Studio mit Hakujaden seinen ersten abendfüllenden Farbfilm.
Zu den Wegbereitern des modernen Anime und Manga zählt Osamu Tezuka, der als Zeichner von Manga ebenso bekannt wurde wie als Produzent von Animation. Seine Serie Astro Boy lief ab 1963 im japanischen Fernsehen und gilt als wichtiger Schritt auf dem Weg zur regelmäßigen Anime-Ausstrahlung.
Anime im Fernsehen: begrenzte Animation und wöchentliche Ausstrahlung
Bei Astro Boy kam begrenzte Animation zum Einsatz: Weniger Bilder pro Sekunde senkten die Kosten je Folge und ermöglichten so eine wöchentliche Ausstrahlung. Damit schuf das Verfahren eine Voraussetzung dafür, dass Anime regelmäßig im Fernsehen erscheinen konnten.
Die 1980er: OVA, Studio Ghibli und Akira
In den 1980er-Jahren entwickelte sich der Markt für OVA. Diese Produktionen wurden direkt auf Videokassetten verkauft und erreichten ihr Publikum ohne den Umweg über das Fernsehen.
1985 wurde das Studio Ghibli gegründet. Drei Jahre später, 1988, trug Akira dazu bei, auch außerhalb Japans das Interesse an Anime zu wecken. Zusammen mit dem OVA-Markt prägten diese beiden Ereignisse die Entwicklung des Anime in den 1980er Jahren.
Oscar und Streaming-Zeitalter
Chihiros Reise ins Zauberland (Spirited Away) kam 2001 heraus und stammt vom Studio Ghibli. 2003 erhielt der Film den Oscar als bester Animationsfilm. Der Titel lässt sich leicht einordnen, weil er zwei klare Daten verbindet: das Jahr der Premiere und das Jahr der Auszeichnung.
Im 21. Jahrhundert veränderten Streamingdienste den Vertrieb: Neue Folgen sind seither weltweit fast zeitgleich mit ihrer Ausstrahlung in Japan verfügbar.
Zusammenfassung
Die Zeitleiste im Überblick: 1956 Gründung von Toei Animation, 1958 der Farbfilm Hakujaden, 1963 Astro Boy im Fernsehen, in den 1980er-Jahren der OVA-Markt, 1985 die Gründung des Studios Ghibli, 1988 Akira und 2003 der Oscar für Chihiros Reise ins Zauberland.
Vom 1956 gegründeten Studio Toei Animation über Osamu Tezukas Fernsehserie Astro Boy von 1963 bis zum OVA-Markt und der Gründung des Studios Ghibli 1985 erweiterte sich das Publikum für Anime. Heute ermöglichen Streamingdienste zeitgleiche Starts in vielen Ländern. Weitere Begriffe zur Anime- und Manga-Kultur finden sich an anderer Stelle im Lexikon.