Wie ein Anime entsteht: von der Vorlage bis zur Ausstrahlung
Von der ersten Idee bis zur Ausstrahlung einer Anime-Folge arbeiten verschiedene Gruppen an der Produktion. Der Weg führt von der Vorlage und dem Storyboard über die Animation und die Stimmaufnahmen mit den Seiyuu bis zur Ausstrahlung innerhalb einer Fernsehsaison.

Von der Vorlage zum Storyboard
Am Anfang einer Serie steht eine Vorlage: ein Manga, ein Roman oder eine Originalidee. Daraus entsteht ein Drehbuch. Ergänzend wird ein Storyboard erstellt. Beide bilden die Grundlage für die weitere Arbeit an den Folgen.
Das Storyboard hält die geplanten Einstellungen zeichnerisch fest. Es bestimmt Bildausschnitte, Kamerabewegungen und die Dauer der Szenen. So kann sich das gesamte Team vorstellen, wie eine Folge aussehen soll, bevor die eigentlichen Animationsbilder entstehen.
Animation: von Schlüsselbildern zu fertigen Bildern
Bei der Animation teilen sich mehrere Personen die Arbeit. Schlüsselanimatoren zeichnen die wichtigsten Phasen einer Bewegung. Zwischenphasenzeichner ergänzen die Bilder, die diese miteinander verbinden.
Die Technik hat sich im Laufe der Zeit verändert. Früher wurden handgezeichnete bewegliche Elemente auf Zelluloid animiert, heute arbeiten die meisten Studios digital. Häufig verbinden sie Zeichnungen mit 3D-Computergrafik. Wie beides zusammenkommt, hängt vom jeweiligen Projekt ab. Trotz neuer Werkzeuge bleibt die Aufteilung in Schlüsselbilder und Zwischenphasen für die Darstellung von Bewegungen bestehen.
Seiyuu: die Aufnahme der Stimmen
Synchronsprecherinnen und Synchronsprecher heißen in Japan Seiyuu. Sie sprechen die Dialoge der einzelnen Folgen ein. Häufig geschieht das, nachdem die Animation fertiggestellt ist. Dann orientieren sie sich beim Sprechen am fertigen Bild.
Auch bei einer Aufnahme mit der Animation als Vorlage gibt das Bild den Sprechern eine Orientierung für ihren Vortrag. Die Stimmaufnahme bildet eine eigenständige Produktionsphase.
Produktionskomitee und Fernsehsaison
An einer Folge wirken viele Menschen mit. Oft organisiert ein Produktionskomitee, in dem mehrere Firmen zusammenarbeiten, die Herstellung einer Serie. Damit verteilt sich die Organisation auf mehrere Partner. An der Umsetzung sind wiederum unterschiedliche Gruppen beteiligt, darunter diejenigen, die die Bilder erstellen und die Stimmen aufnehmen.
Die fertigen Folgen werden innerhalb einer Fernsehsaison ausgestrahlt. Diese heißt in Japan Cour und dauert in der Regel etwa drei Monate. Das entspricht rund 12 bis 13 Folgen. Jede davon durchläuft sämtliche beschriebenen Produktionsphasen, vom Storyboard bis zur Stimmaufnahme.
Zusammenfassung
Zur Anime-Produktion gehören Drehbuch und Storyboard, die Arbeit der Schlüssel- und Zwischenphasenzeichner sowie die Stimmaufnahmen mit den Seiyuu. Anschließend wird die Serie in einer Saison mit etwa 12 bis 13 Folgen ausgestrahlt. Die Organisation übernimmt häufig ein Produktionskomitee aus mehreren Firmen. Weitere Begriffe zur Anime- und Manga-Kultur erläutert das übrige Lexikon.